Bezirk Mittelfranken
Bezirk Mittelfranken

Franconia Judaica

Seit 2006 veranstaltet der Bezirk Mittelfranken die Tagungs- und Publikationsreihe „Franconia Judaica". Hier stellen ausgewiesene Fachleute und Wissenschaftler ihre Forschungsarbeiten und Ergebnisse aus den Bereichen Geschichte und Kultur der Juden in Franken vor.
Gerade Franken ist mit seiner reichhaltigen jüdischen Vergangenheit und seinen zahlreichen jüdischen Gemeinden von jüdischer Geschichte und Kultur geprägt. Im Bewusstsein dieser Tatsache und in Verantwortung vor der Geschichte fördert und unterstützt der Bezirk Mittelfranken die Pflege dieses jüdischen Erbes auf vielfältige Weise.

In diesem Kontext erscheint die gleichnamige Publikationsreihe „Franconia Judaica“, in der die Ergebnisse der gleichnamigen Tagungen nachzulesen sind oder andere relevante Themen erscheinen.

 

Veröffentlichung: Mut zum Leben. Eine Familie auf der Flucht in die Freiheit

„Mut zum Leben“ erzählt die wahre Geschichte einer aus Fürth stammenden jüdischen Familie. Aus der Perspektive des 1933 nach Amsterdam emigrierten Spielwarengroßhändlers Hans Kohnstam wird auf ebenso spannende wie berührende Weise geschildert, wie sie sich 1942 der drohenden Deportation durch die Nazis entziehen konnte. Ein Jahr lang waren Hans und Ruth Kohnstam mit ihrem sechsjährigen Sohn Pieter auf der Flucht. Ihre überaus gefährliche Reise führte sie durch Holland, Belgien und Frankreich nach Barcelona. Von dort aus wanderte die Familie schließlich nach Argentinien aus. Von besonderem Interesse ist, dass die Kohnstams gut befreundet waren mit der Familie Otto und Edith Frank, die im selben Amsterdamer Mietshaus wohnten. Ihre durch das Tagebuch weltberühmt gewordene Tochter Anne war die Spielkameradin und Babysitterin des kleinen Pieter. „Mut zum Leben“ basiert auf einem Manuskript von Hans Kohnstam. Erweitert um die Erzählungen seiner Mutter und unter Einbeziehung seiner eigenen Erinnerungen, brachte Pieter Kohnstam 2006 die Geschichte ihrer Flucht unter dem Titel „A Chance to Live“ heraus. Helmut Schwarz, langjähriger Leiter des Nürnberger Spielzeugmuseums, hat den Text ins Deutsche übertragen. In einem umfangreichen, reich bebilderten Anhang zeichnet er zudem die Geschichte des 1865 gegründeten Spielwarenexporthauses Kohnstam nach. Bis zu seiner erzwungenen Liquidation 1934 zählte das weltweit tätige Unternehmen zu den bedeutendsten Handelsfirmen der deutschen Spielwarenbranche.

 

Pieter Kohnstam: Mut zum Leben. Eine Familie auf der Flucht in die Freiheit. Aus dem Englischen übersetzt und mit einem firmengeschichtlichen Anhang versehen von Helmut Schwarz (= Franconia Judaica 10, hg. vom Bezirk Mittelfranken durch Andrea M. Kluxen und Julia Krieger). Ergon-Verlag, Würzburg 2016, 267 S., zahlr. Abbildungen. ISBN 978-3-95650-159-3, € 19,00. – Erhältlich über den Buchhandel oder direkt bei: Ergon Verlag GmbH, Keesburgstr. 11, D–97074 Würzburg, Tel.: 0931/280084, E-Mail: service@ergon-verlag.de

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