Ehrenbrief an Lydia Bauer-Hechler verliehen

FÜRTH – Lydia Bauer-Hechler aus Fürth war von 2018 bis 2023 die Beauftragte des mittelfränkischen Bezirkstags für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Seit ihrer ersten Wahl in den Bezirkstag im Jahr 2013 brachte sie sich mit großer fachlicher Expertise und persönlichem Einsatz insbesondere im Bildungs- und Sozialausschuss ein. Ihr Wirken war geprägt von der kontinuierlichen Weiterentwicklung der politischen Strukturen für Menschen mit Behinderungen in Mittelfranken. Dieses außergewöhnliche Engagement wurde nun mit der Verleihung des Ehrenbriefes des Bezirks Mittelfranken durch Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster im Rahmen der „Wochen der Vielfalt“ bei der Plenumssitzung des Mittelfränkischen Behindertenrates im Jüdischen Museum Franken in Fürth gewürdigt.

„Dein unermüdlicher Einsatz für die Menschen mit Behinderungen, deine Fachkompetenz und deine menschliche Wärme verdienen höchsten Respekt und aufrichtige Anerkennung“, bedankte sich Forster. „Mit der Verleihung des Ehrenbriefes würdigen wir deine Verdienste und hoffen, dass dein Beispiel viele andere ermutigt, sich ebenfalls für das Miteinander unserer Region einzusetzen.“

Ein besonderes Verdienst Bauer-Hechlers stellt ihr Engagement bei der Konstituierung des mittelfränkischen Behindertenrates ab 2018 dar, mit dem eine engere Verzahnung von Selbstvertretung, Verwaltung und Politik geschaffen wurde. Die damit verbundene Erweiterung der Beteiligungsformate hat maßgeblich zur Stärkung der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen beigetragen.

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie war es insbesondere Lydia Bauer-Hechler, die sich für innovative Kommunikationswege einsetzte und mit unermüdlichem Engagement den Dialog mit Betroffenen intensivierte. Ihre herausragende Fähigkeit, Netzwerke zu knüpfen und praktikable Lösungen zu finden, kam hier in besonderem Maße zum Tragen.

Während ihrer gesamten Amtszeit zeichnete sie sich durch ihre freundliche und zugewandte Art aus. So gewann sie nicht nur parteiübergreifend Anerkennung, sondern schuf mit ihrer integrativen Arbeitsweise auch die Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Sozialpolitik, Verwaltung und Betroffenen. Sie setzte sich für Barrierefreiheit, Unterstützte Kommunikation, die Bereitstellung von Gebärdendolmetschern im Sozialausschuss sowie für den Behindertenfahrdienst ein und brachte ihre Anliegen mit großem Nachdruck voran. Neben ihrem politischen Engagement prägte sie mit ihrer langjährigen Tätigkeit als Diplom-Sozialpädagogin und als Mitbegründerin des integrativen Kindergartens „Rasselbande“ in Fürth die Inklusionslandschaft Mittelfrankens nachhaltig.

Den Ehrenbrief kann der Bezirk Mittelfranken auf Beschluss des Bezirkstags an Persönlichkeiten verleihen, die sich in den Bereichen Soziales, Umwelt, Wirtschaft, Erziehungs- und Bildungswesen, Jugend und Sport, Kultur oder Sicherheit und Ordnung besonders eingesetzt und Verdienste um Mittelfranken erworben haben.

Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster steckt Lydia Bauer-Hechler die dazugehörige Anstecknadel des Ehrenbriefs an, während Bauer-Hechler die Urkunde in der Hand hält.
Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster überreicht den Ehrenbrief des Bezirks Mittelfranken im Jüdischen Museum Franken in Fürth an Lydia Bauer-Hechler. Bildnachweis: Tatjana Scharrer/Jüdisches Museum Franken in Fürth, Schnaittach & Schwabach