Wanderausstellungen
Die Bezirksheimatpflege Mittelfranken konzipiert in regelmäßigen Abständen Wanderausstellungen zu unterschiedlichen Themen. Diese können von Museen, Schulen und Einrichtungen kostenfrei ausgeliehen werden. Lediglich der Transport muss vom Entleiher selbst organisiert werden.
Derzeit können die Ausstellungen „Festtagsschmaus und Einheitsbrei. Essen in Franken“, „Limes-Express“, „Denkmalpflege – zur Geschichte einer umstrittenen Aufgabe“ und „Weißt Du noch? – Kindheit und Jugend in Franken“ ausgeliehen werden.
„Essen“ diente bereits seit der Antike als Zeichen kultureller und sozialer Zugehörigkeit und Differenzierung sowie zur Konstruktion von Identität. Dabei entwickelte sich die Ernährung stets in Abhängigkeit zu historisch-politischen Ereignissen, klimatischen und naturräumlichen Bedingungen oder auch technischen Errungenschaften. Zwar gab es regionale Besonderheiten schon seit dem Hoch- und Spätmittelalter, manches Regionaltypische hielt aber erst aufgrund des zunehmenden Fernhandels durch Kulturtransfer von Nahrungskultur in unser kollektives Gedächtnis Einzug. Regionale Küche – wie wir sie heute verstehen – ist schließlich ein Phänomen des 19. Jahrhunderts. Damals bildeten sich National- und Regionalküchen aus, deren kulturelle Kodierung bis heute Bestand hat. Widmet man sich dem Thema „Essen in Franken“ stellt sich die Frage, was die fränkische Küche überhaupt ist. Auf welche politischen und regionalen Räume bezog sich die „kulinarische Stereotype“? Die Ausstellung „Essen in Franken“ geht genau dieser Fragen nach. Neben einer chronologischen Darstellung der Nahrungsgeschichte werden auch Einzelaspekte analysiert und Speisen, die heute als „urfränkisch“ gelten, genauer erläutert. Gleichzeitig wird das Thema im kultur-, sozial-, wirtschafts- und mentalitätshistorischen Kontext betrachtet.
„Limes-EXPRESS“ ist eine mobile, wetterfeste Ausstellung rund um das Thema „Welterbe Limes“. Neben Informationen zu den Bayerischen Welterbestätten gibt es zahlreiche Infotafeln und Mitmach-Stationen zum „Limes in Mittelfranken“.
Der Obergermanisch-Rätische Limes ist seit 2005 und bis heute Mittelfrankens einziges UNESCO-Weltkulturerbe. Es handelt sich dabei um ein Bodendenkmal, das transnational und zugleich das größte Bodendenkmal Europas ist. Der „Limes-EXPRESS“ soll durch Mittelfranken reisen, um auch abseits der Limesgemeinden auf das Welterbe aufmerksam zu machen. Die Besucher sollen Lust bekommen, das Welterbe zu besuchen und mehr über die Römer in Mittelfranken zu erfahren.
Denkmalpflege ist eine Gemeinwohlaufgabe von hohem Rang. Die Bayerische Verfassung verpflichtet die staatliche Gemeinschaft wie den Einzelnen zu Schutz und Pflege von Denkmälern. Die ihr zugrunde liegenden Gedanken sind verbindlich für die Arbeit der Denkmalpflege, die wiederum das Bayerische Denkmalschutzgesetz regelt. Ihre Gegenstände sind Zeugnisse für die Geschichte eines Ortes oder einer Region, Werke künstlerischer Schöpfungskraft und von städtebaulicher Qualität für ihre Umgebung. Sie sind Quellen für z. B. vergangene Lebensweisen und Lebenswelten – kurz, sie sind Träger kollektiver Erinnerung und Identität. Baudenkmäler sind zudem nachhaltig, schonen Ressourcen und Kulturlandschaften. Ihr Anteil an grauer Energie ist minimal, ihre Energiebilanz dank ihres langen Lebenszyklus, der Verwendung von nachwachsenden, regionalen Rohstoffen und des gesparten Flächenverbrauchs positiv.
Nichtsdestotrotz herrscht oft Unklarheit darüber, woher Denkmalpflege kommt und wozu sie notwendig ist. Für ein differenziertes Gegenwartsverständnis und für mehr Akzeptanz wirft die Wanderausstellung der Bezirksheimatpflege einen historischen Blick auf die umstrittene Aufgabe.
Thematisiert werden mit Schwerpunkt auf der Bau- und Kunstdenkmalpflege die historischen Zusammenhänge zwischen Denkmalpflege und Staat, Kommunen und Öffentlichkeit in Bayern. Auch wird die Bodendenkmalpflege behandelt und ein Überblick über die Behördenorganisation und Fördermöglichkeiten geboten.
Wir alle sind Kinder unserer Zeit. Historische Ereignisse, spezielle Orte, technische Entwicklungen, musikalische Strömungen, Modetrends und vieles andere mehr haben unserer Kindheit und Jugend geprägt und damit auch unser ganzes Leben. All diese individuellen Erinnerungen und Erfahrungen dokumentieren sehr anschaulich den steten Wandel der Gesellschaft und bilden zusammen genommen einen wichtigen Teil der mittelfränkischen Geschichte, indem subjektive Spuren der Bevölkerung in objektive Geschichtsschreibung eingehen. Die Wanderausstellung der Bezirksheimatpflege Mittelfranken bindet gemeinsam mit allen Mittelfränkinnen und Mittelfranken sehr subjektive Erlebnisse und Eindrücke zusammen zu einem besonderen regionalgeschichtlichen Blickwinkel auf das 20. und 21. Jahrhundert. Mitmachstationen ergänzen die Ausstellung.