ANSBACH – In der heutigen Sitzung des mittelfränkischen Bezirkstages im Ansbacher Bezirksrathaus wurden die „Kultouren für alle“ der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus gGmbH aus Nürnberg, vertreten durch Diana Löffler, und die „Inklusive Streuobstwiese“ des Fachbereichs Autismus der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung gGmbH aus Hersbruck, vertreten durch Ralph Eichenseher, mit dem Inklusionspreis des Bezirks Mittelfranken ausgezeichnet.
Das Projekt „Kultouren für alle – Inklusive Führungen mit Kultour-Tandems in Nürnberg“ hat sich zum Ziel gesetzt, mehr Beteiligungsmöglichkeiten im Bereich kultureller Bildung für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Das Besonders ist, dass Stadtführungen jeweils im Tandem von einer Person mit und einer Person ohne Behinderung geleitet werden. So wurden gemeinsam inklusive Führungskonzepte und Bildungsmaterialien zu unterschiedlichen Themen entwickelt. Zu zweit leiten die Kultour-Tandems an acht Standorten, unter anderem im Rathaus, im Germanischen Nationalmuseum, auf dem Hauptmarkt und an der Straße der Menschenrechte, unterschiedliche Führungen und fördern so nicht nur die kulturelle Teilhabe, sondern schaffen neue Begegnungsmöglichkeiten zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen.
Die Streuobstwiese auf dem Campus Haus Weiher in Hersbruck ist ein naturgegebener Raum, der Menschen mit und ohne Behinderung einen niederschwelligen Zugang zu Begegnungs- und Bildungsveranstaltungen ermöglicht. Vom simplen Naturerleben beim Schaukeln in der Hängematte, Naschen im Beerengarten oder Laufen über den Barfußpfad bis hin zu Filzen mit Wolle und Nadel, Kochen über offenem Feuer sowie Ernten und Saftpressen ist für jeden Geschmeck und alle Bedürfnisse etwas geboten. Die Streuobstwiese mit ihren Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäumen wird zu einer inklusiven Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Autismus. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um einen vorurteilsfreien Ort zu schaffen, an dem sich den Themen Umweltschutz und Naturbegegnung sowie einem nachhaltigen Lebensstil gewidmet werden kann.
Der Bezirk Mittelfranken möchte den Prozess der Inklusion aktiv gestalten und entwickeln. Neben eigenen Projekten werden für den Inklusionspreis jährlich Projekte gesucht, die dies ebenfalls tun. Teilnehmen können sämtliche in Mittelfranken ansässige, tätige, freie und öffentliche Organisationen und Einrichtungen, Vereine, Hilfsorganisationen, Bildungseinrichtungen und ähnliche Institutionen sowie Firmen und Einzelpersonen. Ausgezeichnet werden Maßnahmen, Projekte oder Angebote in Mittelfranken, die die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung nachhaltig und konkret verbessern und einen spürbaren Beitrag zu Teilhabe und zur Inklusion leisten. Mit der Prämierung und Veröffentlichung können viele Menschen, Organisationen, Einrichtungen und Vereine sehen und lernen, wie Barrieren in unserer Gesellschaft abgebaut werden können. Der Inklusionspreis ist mit 5.000 Euro ausgestattet. Der Betrag kann auch auf mehrere Bewerberinnen und Bewerber aufgeteilt werden. Die Verleihung der Preise soll vor Ort bei den Preisträgern stattfinden. Die genauen Termine und Orte werden noch bekannt gegeben.