Diakonissenanstalt in Zeiten der NS-„Euthanasie“

ANSBACH – Die damalige Diakonissenanstalt Neuendettelsau unterhielt in Neuendettelsau, Polsingen, Bruckberg, Himmelkron und Engelthal die größten evangelischen Einrichtungen für Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen in Bayern. Mehr als 1.700 Menschen wurden dort betreut. Über 1.200 von ihnen wurden im Zuge der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen verlegt.

Viele gelangten zunächst in staatliche Heil- und Pflegeanstalten wie Ansbach, Erlangen, Günzburg und Kutzenberg. Mehr als 900 Menschen kamen anschließend ums Leben, über 400 von ihnen in der Tötungsanstalt Hartheim bei Linz.

Im Begleitprogramm der Ausstellung „Ermordet in Grafeneck, Hartheim und Pirna-Sonnenstein – Die Opfer der ,Aktion T4‘ aus Bayern“ geht Matthias Honold M.A., Leiter des Zentralarchivs Diakoneo, der Rolle der Diakonissenanstalt Neuendettelsau nach. Im Vortrag beschäftig sich Honold damit, wie sich die Verantwortlichen verhielten, welche Möglichkeiten des Widerstands sie hatten, wer von den Tötungen wusste und in welchem Maß sie hingenommen wurden.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 8. Oktober 2026, um 19 Uhr im Gemeindezentrum St. Johannis, Schaitberger Straße 8, Ansbach, statt. Veranstalter sind der Bezirk Mittelfranken und das Evangelische Bildungswerk Ansbach. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.