Für Angehörige von Opfern der NS-„Euthanasie“

SCHWARZENBRUCK – Nach einer Hochrechnung des Historikers Götz Aly hat jede achte deutsche Familie eine Person unter ihren Angehörigen, die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programme wurde. Der nationalsozialistische Krankenmord wirkt in vielen Familien bis heute nach – oft unausgesprochen, aber spürbar.

Seit 2021 unterstützt der Bezirk Mittelfranken Angehörige mit Beratung, Begleitung und regelmäßigen Treffen. Diese Angebote schaffen Raum für Fragen, Erinnerung, Austausch und gemeinsame Annäherung an oft lange verschwiegene Familiengeschichten.

Die Forschungsstelle zur NS-Geschichte des Bezirks Mittelfranken lädt am Samstag, 25. Juli, um 16 Uhr zu einem offenen Treffen für Angehörige von Opfern der NS-„Euthanasie“ ein. Im Mittelpunkt steht der gemeinsame Austausch der Angehörigen. Gemeinsam besuchen die Teilnehmenden unter der Führung von Museumsleiter und Kurator Dr. Thomas Greif und Diakonin Martina Fritze die neue Ausstellung im Diakoniemuseum Rummelsberg. Unter dem Titel „Eiskalt sind die!“ setzt sich die Ausstellung intensiv mit der Rolle der Diakonie im Nationalsozialismus auseinander. Anhand zahlreicher Fallbeispiele beleuchtet sie dabei auch den Krankenmord im Nationalsozialismus sowie die Verantwortung diakonischer Träger.

Im Anschluss an die Führung besteht bei einem gemütlichen Beisammensein Gelegenheit zu Gespräch, Begegnung und Austausch. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Eine Anmeldung wird erbeten unter ns-forschung@bezirk-mittelfranken.de oder telefonisch unter der 0151/4635-4616. Treffpunkt ist am Eingang des Diakoniemuseums Rummelsberg, Rummelsberg 47 in 90592 Schwarzenbruck.