HERSBRUCK – Das Projekt „Inklusive Streuobstwiese“ des Fachbereichs Autismus der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung gGmbH in Hersbruck wurde mit einem der beiden mit 2.500 Euro dotierten Inklusionspreise 2026 des Bezirks Mittelfranken ausgezeichnet. Mit der „Inklusiven Streuobstwiese“ hat der Fachbereich Autismus im Jahr 2022 einen vorurteilsfreien Begegnungsort geschaffen, an dem sich Menschen mit und ohne Behinderung frei bewegen können und Themen wie Umweltschutz, Naturbegegnung oder nachhaltiger Lebensstil vermittelt werden können. Das Projekt stellt niederschwellige Formate zur Verfügung, bei denen es in erster Linie um das soziale Miteinander und den gemeinsamen Einsatz für eine lebenswerte Zukunft geht.
Im Jahr 2025 kamen 12 Schulklassen der Grund- und Mittelschule sowie der Nürnberger Muschelkinderschule und drei Kindergartengruppen zur Streuobstwiese. Außerdem fanden 30 inklusive Veranstaltungen für die Öffentlichkeit statt, beispielsweise Yoga, Gemüsesuppe kochen, Schmetterlinge beobachten oder Malen mit Naturfarben. Die „Inklusive Streuobstwiese“ ist ein naturgegebener Raum, der Menschen mit und ohne Behinderung einen niederschwelligen Zugang zu Begegnungs- und Bildungsveranstaltungen ermöglicht. Durch die Expertise der Mitarbeiter vor Ort können Menschen dort abgeholt werden, wo sie stehen. Einfache Sprache, klar strukturierte Angebote und die Anwendung von unterstützter Kommunikation helfen, Barrieren abzubauen. Gepflegt wird die Streuobstwiese von Klienten der Förderstätte für Menschen mit Autismus während ihrer Zeit in der Förderstätte der Rummelsberger Dienste.
Im Rahmen einer Feierstunde auf der „Inklusiven Streuobstwiese“ überreichte Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster die Auszeichnung stellvertretend für den Bezirk Mittelfranken an Vertreterinnen und Vertreter der Rummelsberger Dienste. „Ich bin stolz, dieses ganz besondere Projekt auszeichnen zu dürfen, das neben gelebter Inklusion ganz nebenbei sogar noch andere Ziele des Bezirks Mittelfranken fördert: Biodiversität, Pflege der Kulturlandschaft und Regionalmarketing“, betont Forster. „Die Hersbrucker haben schon immer viel Liebe und ein besonderes Engagement für ihre landschaftliche Heimat übrig. Außerdem wurden bei dem Projekt die Bedürfnisse der von Autismus betroffenen Personen berücksichtigt, was eine tolle Kombination mit echter Inklusion darstellt.“
Der Bezirk Mittelfranken verleiht den Inklusionspreis jährlich. Mit der Prämierung und Veröffentlichung können Menschen, Organisationen, Einrichtungen und Vereine sehen und lernen, wie Barrieren in der Gesellschaft abgebaut werden können. Der Inklusionspreis möchte Anregung und Motivation sein, sich aktiv an diesem Prozess der Veränderung und der Gleichberechtigung für Menschen zu beteiligen. Der mittelfränkische Bezirkstag hat in diesem Jahr beschlossen, die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung auf zwei Preisträger mit je 2.500 Euro aufzuteilen. Neben der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung gGmbH erhält den Inklusionspreis 2026 zudem die Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus gGmbH in Nürnberg für ihr Projekt „Kulturtouren für alle“. Diese Übergabe findet am 7. Oktober 2026 ab 15:00 Uhr im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg statt.