Forschungsstelle „Bezirk im Nationalsozialismus“

Die Forschungsstelle hat den Auftrag, die Geschichte des Bezirks Mittelfranken im Nationalsozialismus aufzuarbeiten. Dies ist neben der Erforschung des Gremiums auch die Erfoschung der Geschichte der mittelfränkischen Heil- und Pflegeanstalten Erlangen und Ansbach, die eng mit den nationalsozialistischen Krankenmorden verbunden sind. Über diese wurden im Rahmen der Aktion „T4“ die Transporte in die Tötungsanstalten organisiert und hunderte von Erwachsenen und Kindern durch Medikamente, Vernachlässigung und Nahrungsentzug vor Ort ermordet.

Der Bezirk Mittelfranken sieht sich als Träger der Bezirkskliniken - die Nachfolgeorganisationen der Heil- und Pflegeanstalten - in der Verantwortung, die Verbrechen, die in der Zeit des Nationalsozialismus an kranken Menschen und Menschen mit Behinderung begangen wurden, zu erforschen und in Erinnerung zu halten.

Noch heute gibt es zahlreiche Angehörige von Opfern der NS-„Euthanasie“. In der Forschungsstelle des Bezirks finden Angehörige nicht nur eine Anlaufstelle, sondern erhalten bei Bedarf Hilfestellung bei Recherchen. Dazu werden gemeinsam mit Angehörigen regelmäßig offene Treffen angeboten.

Veranstaltungen:

Samstag, 25. Juli 2026, 16 Uhr
Offenes Treffen für Angehörige von Opfern der NS-„Euthanasie“

Führung durch die Ausstellung „Eiskalt sind die!“ zu Diakonie und Nationalsozialismus in Bayern mit den Dr. Thomas Greif/Leitung Rummelsbergmuseum, Martina Fritze/Diakonin und Angehörigen eines Rummelsberger Opfers mit anschließender Möglichkeit zum gemütlichen Zusammensein

Treffpunkt: Eingang Diakoniemuseum Rummelsberg, Rummelsberg 47, 90592 Schwarzenbruck

 

Mittwoch, 16. September 2026 bis Sonntag, 1. November 2026
ERMORDET IN GRAFENECK, HARTHEIM UND PIRNA-SONNENSTEIN - DIE OPFER DER „AKTION T4“ AUS BAYERN
SONDERAUSSTELLUNG IM MARKGRAFENMUSEUM ANSBACH

Über 7.600 Menschen aus bayerischen Heil- und Pflegeanstalten wurden 1940 und 1941 während der „Aktion T4“ in nationalsozialistischen Tötungsanstalten ermordet. An sie erinnert die Wanderausstellung „Ermordet in Grafeneck, Hartheim und Pirna-Sonnenstein - Die Opfer der `Aktion T4´ aus Bayern“. Sie erzählt 14 Lebensgeschichten von bayerischen Opfern, die als vermeintlich lebensunwert ermordet wurden. Gleichzeitig beleuchten die Biografien Aspekte der Stigmatisierung und Verfolgung von Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen und psychischen Krankheiten im Nationalsozialismus. Weitere Tafeln ordnen die NS-Krankenmorde der „Aktion T4“ historisch ein.

Die Wanderausstellung ist eine Produktion der Stiftung Sächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, des Lern- und Gedenkortes Schloß Hartheim und der Gedenkstätte Grafeneck e. V.

Den Flyer mit allen wichtigen Informationen finden Sie hier.

Markgrafenmuseum Ansbach Kaspar-Hauser-Platz 1, 91522 Ansbach
Erwachsene 3,50 € / ermäßigt 2 € | Schulklassen frei

Kostenfrei buchbare Angebote für Gruppen:

RUNDGANG (1 h) – Di-So 10-17 Uhr möglich; buchbar über:
0151-4635 46 16 oder ns-forschung@bezirk-mittelfranken.de

RUNDGANG MIT WORKSHOP (2,5 h) – 10 bis 12:30 Uhr zu folgenden Terminen möglich: 23., 25. September und 6., 9., 14., 16., 20., 21., 27., 30. Oktober 2026; buchbar über: 0911-81 007 40 oder info@dokupaed.de (DoKuPäd – Pädagogik rund um das Dokumentationszentrum, Kreisjugendring Nürnberg-Stadt)

Mittwoch, 16. September 2026, 17 Uhr:
AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
Begrüßung durch Peter Daniel Forster (Bezirkstagspräsident) und Thomas Deffner (Oberbürgermeister der Stadt Ansbach)
Grußwort von Dr. Matthias Keilen, Vorstand Bezirkskliniken Mittelfranken
Einführung durch Katrin Kasparek M.A., wiss. Mitarbeiterin Bezirksheimatpflege des Bezirks Mittelfranken

VORTRAG „Die Aktion ‚T4‘ in Bayern
Referent: Nikolaus Braun M.A., Leiter Bezirksarchiv Oberbayern
Ort: Gemeindezentrum St. Johannis, Schaitberger Straße 8, Ansbach
im Anschluss Ausstellungsbesuch und kleiner Empfang im Markgrafenmuseum
Anmeldung erforderlich bis 31. August 2026: bezirksheimatpflege@bezirk-mittelfranken.de