Bezirk Mittelfranken

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Unbürokratische Hilfe für Opfer von Straftaten

Opferschutzorganisation Weißer Ring präsentiert sich im Bezirksrathaus

Gruppenfoto vor der Image-Wand des Weißen Rings.

Ansbach – Zuhören, Tipps geben, schnelle Hilfen vermitteln, Begleitung zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht anbieten: Die Ehrenamtlichen des Weißen Rings (WR) stehen Opfern von Straftaten zur Seite. Wer sich über Deutschlands größte Opferschutzorganisation informieren möchte, der hat dazu im Bezirksrathaus in Ansbach Gelegenheit. Bis einschließlich Freitag, 14. April, präsentiert sich im Foyer des Erweiterungsbaues an der Danziger Straße 5 die Außenstelle Ansbach Stadt und Landkreis mit umfangreichem Informationsmaterial zum Mitnehmen, auch Pixi-Heftchen für die Kleinsten zum Thema „Nein-Sagen“ sind darunter.

Außenstellen-Leiterin Elly Albaner, ihre Stellvertreterin Liliane Albaner und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Claudia Geißler-Kraft stellten Bezirkstagspräsident Armin Kroder ihre Arbeit vor Beginn der heutigen Sitzung des Bezirksausschusses vor. Ob es sich um häusliche oder sexuelle Gewalt, um Diebstahl oder Wohnungseinbrüche handelt, der WR hilft Opfern unbürokratisch mit kompetentem Rat, praktischer Hilfe und menschlicher Zuwendung. Auch eine finanzielle Unterstützung wird geleistet. „Wir haben auch schon den Kauf eines Grabsteins finanziert, oder einer älteren Dame die zehn Euro erstattet, die ihr in der Kirche gestohlen wurden“, schildert Elly Albaner zwei Fälle. 85.000 Euro hat der WR in Mittelfranken allein im letzten Jahr an Verbrechensopfer ausbezahlt, rund 100 Menschen wenden sich pro Jahr an die Ansbacher Außenstelle. Mit Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Erbschaften oder teilweise auch von Gerichten verhängten Geldbußen finanziert sich der WR. Schrumpfende Mitgliedszahlen und immer weniger Ehrenamtliche stellen die Opferschutzorganisation vor Herausforderungen. Weshalb das diesjährige Jahresmotto auch „Ehrenamtliche finden“ laute, wie Elly Albaner betonte.

Das persönliche Schicksal, nämlich ein Einbruch in ihr eigenes Haus, war es, das Claudia Geißler-Kraft dazu bewog, beim WR als Ehrenamtliche mitzuarbeiten. „Ich dachte mir, das ist ein Signal, da muss etwas Gutes daraus entstehen.“ Seit gut vier Jahren ist sie bei der Ansbacher Außenstelle nun für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Dabei liegt ihr Augenmerk darauf, „die Informationen in die Bevölkerung zu tragen.“ Exponierte Orte wie das Bezirksrathaus, Landratsamt, Stadtbücherei oder ein Gerichtsgebäude seien dafür bestens geeignet. „Unser Ziel ist es, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, so Claudia Geißler-Kraft. Zunehmend schwerer werde die Vermittlung der Opfer an Fachstellen, oft gebe es wochenlange Wartezeiten. „Hier ist der Bezirk Mittelfranken löblich, was die Kostenübernahme der Beratungsstellen anbelangt“, so Claudia Geißler-Kraft. Der Bezirk finanziert die Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen Mittelfranken (KISS Mittelfranken), die Sozialpsychiatrischen Dienste und den Krisendienst Mittelfranken. Zum Hilfenetz zählen auch die Bezirkskliniken. „Das sind Anlaufstellen, zu denen wir die Leute hinschicken. Da kriegt man relativ schnell einen Platz“, so Claudia Geißler-Kraft. Dass die Öffentlichkeit nach einer Straftat meist nur auf das Geschehen und die Persönlichkeit der Täter schaue, darauf wies Bezirkstagspräsident Armin Kroder hin. Im eigenen Bekanntenkreis habe er erleben müssen, wie eine Familie, die Opfer eines Einbruchs wurde, mit den Folgen der Tat zu kämpfen hatte. „Einbrecher dringen in den intimsten Raum der Menschen ein. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Weißen Rings leisten eine ganz wichtige Opferbegleitung und Opferhilfe“, so der Bezirkstagspräsident.
 

 

16.03.2023

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